Schamkompetenz.

Kristin Kirchhoff

Kristin Kirchhoff

14.08.2025

In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit dem Thema Scham beschäftigt und ich liebe die Forschung von Brené Brown. Sie hat etwas geschafft, das mich immer wieder fasziniert: einem oft unaussprechlichen Gefühl eine klare Sprache zu geben und Wege zu zeigen, wie wir damit leben, ohne uns darin zu verlieren.

Ich merke in meinen Coachings, wie oft Scham im Raum ist, obwohl niemand das Wort benutzt. Sie zeigt sich in überkorrekten E-Mails, in einem Lachen, das einen Tick zu lang dauert. Ich kenne sie auch von mir: der kleine innere Rückzug, wenn etwas an die Identität rührt.

Brené Brown beschreibt Scham als das Gefühl, grundlegend fehlerhaft zu sein. Nicht „Ich habe etwas falsch gemacht“, sondern „Ich bin falsch“. Das unterscheidet sie klar von Schuld, die auf eine Handlung zielt. Und genau dieses diffuse, identitätsnahe Gefühl macht Scham so wirksam.

In ihrer Forschung zu „shame resilience“, bei uns: Schamkompetenz, geht es darum, Scham zu erkennen, ihre Auslöser zu hinterfragen, ihr Sprache zu geben und den Kontakt zu sich und anderen zu halten. Das hat meine Arbeit verändert.

Wenn mir jemand eine Szene erzählt, achte ich auf feine Marker: Wurde die Stimme flacher? Wurde ein Gedanke sofort relativiert? Ging der Blick zum Tisch? An solchen Stellen bleibe ich stehen und frage: Was hast du in dem Moment über dich gedacht? Wer hat dir diese Regel beigebracht? Ich schaue mir die Geschichten an, die sich Menschen erzählen.

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