Neuer Fachartikel im Spektrum der Mediation
In meinem Fachartikel geht es um Macht und Abhängigkeit in Organisationen und Mediation.

Ich freue mich sehr, dass mein Fachartikel im aktuellen Spektrum der Mediation erschienen ist. Darin geht es um ein Thema, das Konflikte in Organisationen stark prägt und gleichzeitig oft schwer anzusprechen ist: Macht und Abhängigkeit.
Konflikte entstehen in Organisationen selten zwischen völlig gleichgestellten Parteien. Unterschiedliche Positionen, Zugang zu Ressourcen, informelle Netzwerke oder Entscheidungsbefugnisse beeinflussen die Handlungsspielräume der Beteiligten. Diese strukturellen Unterschiede lassen sich durch Mediation nicht einfach auflösen. Sie können jedoch sichtbar gemacht und konstruktiv bearbeitet werden.
Im Artikel beschreibe ich, wie Mediation auch in asymmetrischen Machtkonstellationen wirksam gestaltet werden kann. Entscheidend sind dabei nicht nur Methoden, sondern vor allem eine machtbewusste Haltung der Mediatorin oder des Mediators. Professionelle Mediation bedeutet, strukturelle Ungleichgewichte wahrzunehmen, anzusprechen und Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen auch leise oder marginalisierte Stimmen Gehör finden können.
Dazu stelle ich unter anderem Ansätze wie Stakeholder-Analysen, Machtlandkarten, Perspektivwechsel oder strukturelle Interventionen vor. Sie helfen dabei, Einflussstrukturen besser zu verstehen und Dialogräume zu gestalten, in denen echte Beteiligung möglich wird.
Gerade in Zeiten organisationaler Transformation zeigt sich, dass Mediation mehr sein kann als Konfliktlösung. Sie kann dazu beitragen, Machtverhältnisse bewusster zu gestalten, Beteiligung zu stärken und eine konstruktive Konfliktkultur in Organisationen zu fördern.
Ich freue mich über Austausch zu diesen Fragen und über Rückmeldungen zum Artikel.
Zeitschrift: Spektrum der Mediation, ISSN: 1869-670852 Seiten, Geheftet, 210 x 297 mm, Erschienen im Psychosozial-Verlag: September 2025Bestell-Nr.: 8527
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