Wie erleben Teilnehmende meine Mediationsausbildung?
Ehemalige Teilnehmende erzählen, was die Mediationsausbildung wirklich verändert hat.

Eine Mediationsausbildung vermittelt Inhalte und Methoden und umfasst viele Stunden gemeinsamen Lernens. Geprägt wird sie vor allem von den Menschen, die sich darauf einlassen.
Einige ehemalige Teilnehmende haben mir drei persönliche Fragen beantwortet:
1. Welchen Konflikt würden sie heute anders führen?
2. Was haben sie während der Ausbildung über sich selbst gelernt?
3. Und was war besonders, obwohl es in keiner Modulbeschreibung steht?
Anja Melz
Eigentlich jeden. 😅
Früher dachte ich oft, ein Konflikt sei gelöst, wenn eine gute Lösung auf dem Tisch liegt. Heute weiß ich: Eine Lösung hilft wenig, wenn sich die Menschen dahinter nicht verstanden fühlen.
Ich höre deshalb früher zu, frage ehrlich neugierig nach und unterstütze Menschen dabei, sich wieder gegenseitig zu verstehen. Denn genau dort entstehen oft die Lösungen, auf die vorher niemand gekommen wäre.
Ich habe die Ausbildung gemacht, um eine bessere Führungskraft zu werden.
Bekommen habe ich deutlich mehr. Ich habe erlebt, wie wirksam echtes Zuhören sein kann. Außerdem habe ich gemerkt, dass mich Mediation und die Möglichkeiten der frühzeitigen Konfliktlösung so sehr begeistern, dass ich nun selbst als zertifizierte Mediatorin tätig bin.
Damit hatte ich beim Unterschreiben des Vertrages bei Kristin nun wirklich nicht gerechnet. 😄
Ich dachte, ich lerne Mediation.
Stattdessen habe ich auch eine ganze Menge über mich selbst gelernt. Über Stärken, die ich bis dahin gar nicht als Stärken gesehen hatte. Und über Trigger, die sich erstaunlich gut vor mir versteckt hatten.
Unsere Ausbilderin Kristin hatte dabei eine besondere Fähigkeit: Obwohl die Themen wirklich tief gingen, haben wir unglaublich viel zusammen gelacht. Ihre Mischung aus Humor, Klarheit und fachlicher Exzellenz habe ich so noch nicht erlebt. Es war sehr bereichernd, sie zu erleben und von ihr zu lernen. Sie geht dieses schwere Thema mit so viel Leichtigkeit an, dass es einfach eine große Freude war, bei ihr diese Ausbildung zu erleben.
Jasmin Nilges
Für mich war diese Ausbildung zur Mediatorin der Anfang eines sehr spannenden Weges, um mich und meine Strategien in herausfordernden und konfliktreichen Situationen besser kennenzulernen.
Ein Aha-Moment war unter anderem die Erkenntnis, dass es grundsätzlich um unerfüllte Bedürfnisse geht, die Gefühle in uns auslösen, die ich selbst beziehungsweise mein Gegenüber manchmal noch gar nicht klar greifen kann. Erst das Einfühlen in die Beweggründe des anderen und in meine eigenen sowie das Nachvollziehen, dass Bedürfnisse gesehen werden wollen, hat mein Handeln in Konflikten nachhaltig verändert.
Gleichzeitig ist mir bewusst geworden, dass die eigene Berührbarkeit im Kontakt mit anderen einen entscheidenden Unterschied in der Konflikterhellung machen kann. Dabei gilt es, sich selbst nicht zu verlieren und den anderen in seiner Selbstverantwortung zu belassen.
Die Ausbildung hat meine Haltung gegenüber anderen insofern gestärkt, dass jedes Verhalten einen Sinn ergibt, ein unerfülltes Bedürfnis dahintersteht und wir uns gesehen und anerkannt fühlen wollen. Unsere Werte, die durch vielfältige Erfahrungen geprägt wurden, sind eng mit unseren Bedürfnissen verbunden und beeinflussen unser Handeln.
Ein gegenseitiges Verstehen zu entwickeln und gleichzeitig achtsam mit sich zu sein, ist für mich eines der Schlüsselmomente, die ich während der Ausbildung mit Kristin lernen durfte.
Ihre herzliche, offene und klare Art, gepaart mit einem hohen fachlichen Anspruch, hat diese Ausbildung für mich zu einem wichtigen Meilenstein meiner beruflichen und persönlichen Entwicklung gemacht. Dankeschön hierfür!
Clara Borrmann
Vor der Ausbildung habe ich Konflikte eher aus meinem eigenen Blickwinkel betrachtet. Heute versuche ich, mich in die andere Person hineinzuversetzen, stelle viele Fragen und bemühe mich, ihre Emotionen und Positionen wirklich zu verstehen. Gerade im beruflichen Umfeld und in der Zusammenarbeit mit meinem Team hat sich dadurch vieles nachhaltig verändert.
Ich hätte nie gedacht, dass die Ausbildung mich so persönlich prägen würde. Eigentlich habe ich sie mit dem Ziel gemacht, Konflikte zwischen anderen besser begleiten zu können. Am Ende habe ich unglaublich viel über mich gelernt, aufgestaute Emotionen gelöst und Themen aus der Vergangenheit verstanden. Diese intensive Selbstreflexion prägt mich bis heute und hat mich enorm weitergebracht.
Besonders war für mich die Verbindung, die innerhalb der Gruppe entstanden ist. Obwohl man sich nur in größeren Abständen sieht und alle aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten kommen, entsteht ein unglaublich vertrauensvoller Raum. Ich habe meine eigene Entwicklung erlebt und gleichzeitig die der anderen Teilnehmenden miterlebt. Man unterstützt sich gegenseitig und gibt sich ehrliches Feedback. Solche Verbindungen bleiben ganz besonders im Kopf und auch im Leben.
Lisa Teichert
Vermutlich fast jeden. Heute gehe ich Konflikte deutlich früher an, höre bewusster zu und versuche zunächst zu verstehen, bevor ich verstanden werden möchte. Ich sehe Konflikte nicht mehr als etwas Bedrohliches, sondern als Chance für Entwicklung und bessere Beziehungen.
Die Ausbildung hat mir nicht nur Methoden vermittelt, sondern mir gezeigt, wo ich beruflich wirklich hingehöre. Ich habe erkannt, wie viel Freude und Sinn es mir gibt, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten, Selbstwirksamkeit zu fördern und echte Perspektivwechsel zu ermöglichen.
Besonders geprägt hat mich die Haltung, dass jeder Mensch von Grund auf in Ordnung ist. Diese Überzeugung begleitet mich bis heute in meiner Arbeit und auch privat.
Die Ausbildung war viel mehr als das Erlernen von Mediation. Durch die intensive Auseinandersetzung mit meinen eigenen Verhaltens- und Konfliktmustern habe ich gelernt, Dinge viel seltener persönlich zu nehmen. Statt mich zu ärgern, frage ich heute viel häufiger neugierig: Was steckt eigentlich dahinter? Diese innere Haltung hat meinen Blick auf Menschen nachhaltig verändert.
Doreen Langfeld
Welchen Konflikt, bitte?
Vor meiner Ausbildung habe ich Konflikte gescheut und vermieden, egal ob in der Partnerschaft, im Freundeskreis oder im Beruf. Erst in der Ausbildung habe ich gelernt, wie ich ihnen konstruktiv begegnen und an ihnen wachsen kann.
Ich habe mehr Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge entwickelt. Heute versuche ich nicht nur, die Gefühle und Bedürfnisse meines Gegenübers zu verstehen, sondern schaue zunächst, was bei mir selbst eigentlich los ist.
Ich habe gelernt, mein Gegenüber wirklich zu sehen und mir gleichzeitig meiner eigenen Gedanken und Bewertungen bewusst zu werden. Menschen, die mich triggern, betrachte ich als „Arschengel“, weil sie mich auf etwas aufmerksam machen, das in mir verborgen liegt.
Verletzlichkeit zu zeigen, ist eine Stärke und keine Schwäche.
Besonders war für mich, viele tolle und unterschiedliche Menschen kennenzulernen und von ihnen zu lernen. Die Atmosphäre in der Gruppe war klasse. Neu geknüpfte Freundschaften bestehen auch jetzt, Jahre nach der Ausbildung, noch.
Dazu kam die wundervolle Begleitung durch Kristin und ihr beeindruckendes Gespür für Menschen, ihre Gefühle und Bedürfnisse.
Ernestine Feustel-Liess
Jeden. Ich habe heute keine Angst mehr vor Konflikten. Das verändert den Umgang mit ihnen grundlegend, unabhängig davon, ob ich selbst beteiligt bin oder einen Konflikt begleite.
Entscheidend dafür ist vor allem eine veränderte Haltung: der bedingungslos positive Blick auf jeden Menschen, der in einen Konflikt gerät. Kristins „rosarote Brille“ kann ich heute schneller wieder aufsetzen als vor der Ausbildung.
Ich habe gelernt, dass ich mich auf mich verlassen kann. Ich habe gemerkt, dass ich eine gute Intuition habe, viel implizites Wissen mitbringe und gute Fragen stellen kann. Die Ausbildung hat mich aus meiner Komfortzone geholt und dabei erheblich selbstsicherer gemacht.
Besonders war Kristin selbst. Ihre Wärme, ihr Humor, ihre Klugheit und ihre unglaublich sympathische Art machen sie zu einem Vorbild, das man nicht kopieren kann, das einen aber tief inspiriert.
Stefan Kerber
Ich würde sagen, dass ich heute gar nicht mehr so viele Konflikte habe. Seit der Ausbildung gehe ich deutlich selbstreflektierter mit schwierigen Situationen um. Ich kann meine Grenzen besser wahrnehmen, setzen und kommunizieren. Auch in Gesprächen zwischen anderen Menschen gelingt es mir inzwischen häufiger, die Bedürfnisse hinter dem Gesagten herauszuhören. Das hilft mir in meinem Beruf ungemein beim Vermitteln.
Während der Ausbildung habe ich außerdem gemerkt, dass es einige eigene Themen gab, mit denen ich mich näher beschäftigen wollte. Diese Auseinandersetzung hat mich auch über die Ausbildung hinaus begleitet.
Ich habe erfahren, dass gutes Zuhören und gelingende Kommunikation eigentlich gar kein Hexenwerk sind. Man muss sich nur darauf einlassen.
Christian Drischler
Jeden. Vor der Ausbildung bin ich den meisten Konflikten ausgewichen. Heute sehe ich viel mehr die Chance in jedem einzelnen.
Während der Ausbildung bin ich mir selbst begegnet, weil ich begonnen habe, für meine eigenen Gefühle die Verantwortung zu übernehmen. Seitdem lerne ich, besser mit ihnen umzugehen und mich selbst und dadurch auch andere Menschen besser zu verstehen.
Besonders war für mich, dass Kristin Kirchhoff uns mit herausfordernden Impulsen aus unserer Komfortzone geholt hat. Dadurch wurde das Lernen nicht nur kognitiv, sondern auch emotional erlebbar.
Rebecca Gellert
Ich höre heute bewusster zu und versuche, die Interessen hinter den Positionen zu verstehen. Dadurch entstehen oft Lösungen, die vorher gar nicht sichtbar waren.
Ich habe gelernt, dass echtes Zuhören und das „Hinter-die-Kulissen-Schauen“ oft wirkungsvoller sind als vorschnelle Antworten oder Reaktionen. Das begleitet mich bis heute, sowohl beruflich als auch privat.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die sehr wertschätzende Atmosphäre und der offene, ehrliche Austausch. Man entwickelt sich in der Ausbildung nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weiter.
Kati Eggert
Ich konnte viel für meine Arbeit lernen. Konflikte mit Eltern betrachte ich heute aus einer anderen Perspektive. Ich versuche, die Brille meines Gegenübers aufzusetzen und die dahinterliegenden Gefühle und Bedürfnisse herauszufiltern.
Ich habe gelernt, mehr ins Fühlen zu kommen, bin weicher geworden und sehe Konflikte nicht mehr als so groß an. Alles ist irgendwie lösbar.
Besonders waren für mich der Zusammenhalt der Teilnehmenden und die schnelle Vertrautheit, die teilweise auch über die Ausbildung hinaus bestehen blieb.
Daniela Köth
Am liebsten würde ich heute jeden Konflikt anders führen. Das klappt leider noch nicht immer und ich übe, übe, übe. 😉
Während der Ausbildung ist mir bewusst geworden, wie schnell und häufig ich im Vorwurfsmodus war. Das hatte ich vorher leider nicht erkannt und ich bin wirklich, wirklich dankbar für dieses Bewusstsein.
Besonders waren für mich natürlich Kristin und die Erfahrung, welche unglaubliche Wirkung eine Mediation haben kann.
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